Radio 2.0?

Hier unten, im Südwesten Deutschlands, scheint es für alle nur einen einzigen, wahren Radiosender zu geben: SWR3.
Ich persönlich allerdings finde diesen Sender absolut furchtbar. Die Musikauswahl beschränkt sich auf aktuelle Hits sowie die „großen Nummern“ der letzten paar Jahre. Wenn mal was aus den 80ern gespielt wird, hat man schon Glück gehabt, die Musik aus den Jahrzehnten davor wird eigentlich quasi vollkommen ignoriert.

Die Gestaltung der Nachrichten gefällt mir ebenfalls nicht: Zu kurz, zu wenig Meldungen bzw. schlechte Auswahl der Meldungen, irgendwie oberflächlich.
Die Moderation: Nun, da liegt es extrem daran, wer die Sendung moderiert, aber auch da finde ich es grundsätzlich zu oberflächlich, zu sehr auf Unterhaltung getrimmt und zu wenig Sachlichkeit und Seriosität, denn ich will nunmal nicht „vom Radio“ geduzt und wie ein guter Kumpel behandelt werden.

An die merkwürdigen Aktionen, insbesondere in der „Morning Show“ habe ich mich mittlerweile ja schon fast gewöhnt: Zumba, Bauchtanz oder Fitnessübungen im Studio, „on air“ und von einer Studiokamera begleitet, das ist quasi Alltag. Die hübschen Videos kann man sich dann später auf der SWR3-Homepage anschauen.

Diese Woche haben sich die beiden Moderatoren überlegt, es den Kandidaten im Dschungel-Camp gleichzutun und mal ein paar Würmer, Heuschrecken und ähnliches zu essen. Selbstverständlich tot und vorher lecker geröstet.
Nun muss ich sagen, die Idee dahinter, dem Dschungel-Camp ein wenig den Wind aus den Segeln zu nehmen und das Essen von Insekten als etwas quasi Natürliches darzustellen (es wird auch immer wieder betont, dass für viele Völker das völlig normal ist), finde ich ja an sich gar nicht so schlecht.

Aber gehört sowas in eine Radio-Show, mit der sicherlich viele Hundert oder Tausend Menschen jeden Morgen aus dem Bett aufstehen? Gehört so etwas überhaupt in’s Radio? Braucht es unbedingt Videos aus dem Studio, die man sich dann im Internet angucken kann? Ist das noch gut gemachtes Radio, wenn der Hörer zuhause das Gefühl hat, die Moderatoren haben ihn „vergessen“, weil es einige Minuten lang scheint, als würde man dem Privatgespräch zweier bzw. dreier Menschen folgen? Genau so wirkte es nämlich heute Morgen auf mich.

Ich gebe gerne zu, dass dieser Radiosender vermutlich nichts mehr tun kann, um irgendwie noch einmal in meiner Gunst zu steigen. Und dass ich vllt. seit und durch mein Studium ein wenig kritischer den Medien gegenüber geworden bin. Und vllt. sowieso auch altmodisch bin. Aber SWR3 macht meiner Meinung nach einfach kein gutes Radio.

Wer mag, kann sich hier das Video der Mehlwurm-Verkostung von Montagmorgen einmal ansehen.

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