Gelesen

In der Zeit seit dem Beginn meiner Weihnachtsferien habe ich zwei Bücher gelesen. Nun, das ist sicherlich nichts Besonderes, aber doch ist es das erste Mal seit langem, dass ich mal wieder wirklich viel gelesen habe (auch wenn es definitiv nicht mit dem Lesepensum aus meinen „jungen Jahren“ mithalten kann). Ich habe mir wieder eingewöhnt, jeden Abend vor dem Einschlafen im Bett zu lesen. Und selbst, wenn es nur vier, fünf, sechs Seiten sind, weil es „schon so spät“ ist, kommt man so doch wesentlich schneller voran und bleibt vor allem auch wirklich in der Geschichte drin.

Nun haben es mir die Bücher, die ich da gelesen habe, auch leicht gemacht, denn sie waren ansprechend geschrieben, unterhaltsam und hatten relativ viele kleinere Abschnitte, bei denen man dann auch gut wieder eine Zäsur machen kann.

Das erste Buch war „Das Meer in Gold und Grau“ von Veronika Peters, das ich zum Nikolaus bekommen habe.

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In dem Roman geht es um eine (junge) Frau, die, nachdem sie ihren Job als Nanny verliert, weil sie mit dem Vater der Kinder eine Affäre hatte, keine Perspektive mehr für ihr Leben hat und deswegen beschließt, ihre Großtante an der Ostsee aufzusuchen, die sie noch nie gesehen und von der sie auch erst einmal gehört hat. Die Tante, in einem Alter, in dem andere Menschen keinen einzigen Gedanken mehr an Arbeit verschwenden, betreibt direkt am Strand zusammen mit anderen Senioren ein Hotel, das „Palau“. Katia, so heißt die Frau, lernt ihre Tante kennen und bleibt schließlich als Teil der „Mannschaft“ im Hotel – zu Anfang immer noch mit dem Gedanken, jeden Tag wieder abreisen zu können, wenn ihr danach ist. Sie bleibt aber immer länger, arbeitet immer mehr und härter und lernt ihre manchmal etwas schrullige Tante immer besser kennen. Und eines Tages ist dann doch alles vorbei.

Mir hat das Buch sehr gut gefallen. Nicht nur, weil es einem Lust auf Urlaub am Meer macht, sondern weil es auch sehr spannend war, die Charaktere von Katia und ihrer Tante Ruth kennenzulernen und dabei auch die Unterschiede, immer mehr aber auch die Gemeinsamkeiten der beiden festzustellen. Ab einem bestimmten Punkt merkt man, dass sich quasi im Hintergrund etwas zusammenbraut und irgendwann weiß man dann auch, wie alles endet – mich persönlich hat es dann dennoch „getroffen“ und berührt. Ein sehr schönes Buch, sehr angenehme und dennoch leicht tiefgründige Lektüre.
Das Buch, das ich danach gelesen habe, heißt „Bretonische Verhältnisse“ von Jean-Luc Bannalec.

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Das ist der erste Teil einer Kriminal-Reihe (?) – auf jeden Fall gibt es mindestens einen zweiten Band. Das Buch spielt an der bretonischen Küste. Hauptperson ist Monsieur le Commissaire, Georges Dupin – ein Pariser, der vor drei Jahren nach Concarneu in der Bretagne versetzt wurde. Mittlerweile hat er sich jedoch gut „in der Provinz“ eingelebt und muss nun einen Mordfall an einem 91-jährigen Hotelier aufklären. Eine große Rolle spielt dabei ein Bild, das im Hotel-Restaurant an der Wand hing, und die Künstlerkolonie, die vor über hundert Jahren in Pont Aven ansässig war, darunter Maler wie Gauguin.

Wenn ich nicht sowieso schon immer mal in die Bretagne wollte, spätestens jetzt wäre es soweit. Mit den Landschaftsbeschreibungen, die im Roman immer wieder auftauchen, und ein wenig Fantasie hat sich in meinem Kopf ein wunderschönes Bild der Bretagne geformt: Meer, Küste, Strand, Flüsse, Wälder, malerische kleine Dörfer: Auch der Komissar hält manchmal staunend inne und beschaut die Landschaft. Die Charaktere sind ebenso toll beschrieben: Allen voran Dupin, der als etwas merkwürdiger Kauz, aber sehr liebenswürdiger Mensch erscheint.

Ein sehr gut geschriebener Roman, der mit zunehmendem Verlauf immer mehr an Fahrt aufnimmt, sodass man, insbesondere natürlich aufgrund des spannenden Kriminalfalles, das Buch irgendwann gar nicht mehr aus der Hand legen kann.

Für beide Bücher spreche ich eine uneingeschränkte Leseempfehlung aus! :)

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