Meine Mediennutzung

Nachdem ich vor einigen Wochen etwas über die Medienkompetenz geschrieben habe, möchte ich heute auf ein ähnliches Thema eingehen, nämlich die Mediennutzung. Und das anhand meines eigenen Beispiels ;-) Ist sicherlich wenig repräsentativ, aber das macht ja in diesem Fall nicht wirklich was aus.

Zunächst möchte ich kurz meine Nutzung der einzelnen Mediengattungen beschreiben und fange mit dem „klassischen“, dem ältesten Medium an: Der Zeitung. Schande über mein Haupt, ich gestehe, ich lese kaum (mehr) Zeitung, habe auch kein Abo. Solange ich noch zuhause wohnte, hatten wir die Ibbenbürener Volkszeitung abonniert, in der ich auch regelmäßig gelesen habe. Nun in Trier habe ich kein Abo: Ich habe ein, zweimal den Trierischen Volksfreund gekauft und für furchtbar befunden. Zudem habe ich keine ausreichende Bindung an Trier, sodass der größte Nutzen, den eine Lokalzeitung bietet, eben genau die Berichterstattung über lokale Themen, bei mir nicht fruchtet.

Nun könnte man natürlich eine überregionale Zeitung abonnieren, aber ich glaube, dass ich diese dann nicht so intensiv lesen würde, dass sich dies wirklich lohnen würde.
Auch online lese ich nicht wirklich regelmäßig eine bestimmte Zeitung. Ab und an schaue ich in das Online-Angebot der IVZ rein, ansonsten klicke ich Links, die mir auf Twitter interessant erscheinen und schätze insbesondere die Fußball-/BVB-Berichterstattung der Ruhrnachrichten und Des Westen.

Vermehrt höre ich momentan Radio. Nachdem ich nun „meinen“ Radiosender hier unten, SWR1, gefunden habe und ihn nun auch in der Küche hören kann (vorher bestand meine Mitbewohnerin auf SWR3 auf dem Küchenradio), läuft das Radio aktuell fast rund um die Uhr. Bei SWR1 gefällt mir sowohl die Musikauswahl, mit vielen „älteren“ Titeln, auch aus den 60ern, 70ern, 80ern, als auch die Wortbeiträge, die ruhig, sachlich und angemessen lang ausfallen.

Bei SWR3 habe ich es beispielsweise gehasst, dass „Interviews“, u.a. am Sonntagmorgen, immer nur etwa 2 Minuten dauerten, bis das nächste Lied gespielt wurde, und auch meiner Meinung nach immer nur sehr oberflächliche Fragen gestellt wurden. Bei SWR1 gab es am vergangenen Sonntag ein zweistündiges Gespräch mit dem Arzt Dr. Gunter Frank, das natürlich auch von Musik und Nachrichten unterbrochen wurde, aber an den passenden Stellen und in solchen Abständen, dass sich dazwischen auch tatsächlich ein richtiges Gespräch entwickeln konnte.

Abends ist dann aber das Radio aus und der Fernseher läuft. Meistens jedenfalls, wenn sich im Programm etwas ansprechendes finden lässt. Das dürfen Spielfilme sein, aber bitte nicht zu kitschig, Krimis (gerne auch alte Tatort-Folgen), auch mal Spiel- oder Quizsendungen. Von Casting-Shows halte ich nichts und mich fern: DSDS, GNTM, Supertalent, das alles brauche ich nicht. Lediglich „The Voice“ gucke ich mir wohl mal an, wenn es gerade läuft. Auch „Let’s Dance“, Promi- oder sonstige Dinners, Frauentausch u.ä. läuft ohne mich. Überhaupt ist der Fernseher eigentlich ausschließlich am Abend eingeschaltet. Und manchmal selbst dann nicht: Wenn mir das deutsche TV-Programm nicht passt, weiche ich auf das englische aus, welches ich dann über den Laptop im Internet schaue, oder schaue mir im Internet-Stream, bevorzugt britische, Serien an. Ab und an findet auch mal eine DVD den Weg in meinen Laptop.

Bei all dem quasi nicht mehr wegzudenken: Der sogenannte „second screen“, mein Smartphone oder der Laptop, über die ich bei Facebook (eher selten) und/oder Twitter (meistens) kommentiere, was auch immer ich mir nun anschaue. Das Internet, die Social Media, spielen eine immens große Rolle in meinem (Medien-)Leben, auch. Dabei unterscheide ich stark zwischen den beiden Netzwerken: Bei Facebook bin ich ich, mit meinem vollen Namen, mit einer Freundesliste, die ausschließlich Leute beeinhaltet, die ich persönlich kenne. Das beeinflusst auch mein Posting-Verhalten: Mittlerweile nutze ich Facebook nur noch sehr passiv, informiere mich dort, was die Freunde so treiben. Für den aktiven Kontakt mit den Freunden, der Clique, nutze ich WhatsApp, weil es noch viel komfortabler ist.

Bei Twitter hingegen bin ich nur als Hannah bekannt, meine Follower dort sind ausschließlich Leute, die ich lediglich virtuell kenne. Dafür lasse ich mich dort über alles und jeden aus, kommentiere Ereignisse aus meinem Leben und der Weltgeschichte, „unterhalte“ und informiere mich. Denn das ist Twitter für mich: Ein riesiger Pool an Nachrichten, die über die Leute, denen ich folge, quasi an mich herangetragen werden. So habe ich bspw. von dem Anschlag beim Boston Marathon und vom Tod Nelson Mandelas ebenson zuerst auf Twitter erfahren wie von der Vertragsverlängerung Ilkay Gündogans und dem WM-Song von Melanie Müller. Darüberhinaus ist Twitter ein wunderbarer Ort, um mit Prominenten in Kontakt zu kommen: Denn während diese oft ihre Homepage von Assistenten betreuen lassen, ihren Twitter-Account bestücken sie dann doch selbst und reagieren auch oft auf Fragen und Kommentare.

Im Internet und den Social Media bin ich natürlich mit dem Laptop unterwegs, aber genauso oft auch mobil, mit dem Smartphone. Ob im Bett, während des Essens (hier in Trier habe ich ja nun einmal momentan keine Gesellschaft während der Mahlzeiten) oder im Bus auf dem Weg zur Uni, von überall sind Facebook, Twitter und Co erreichbar und so manche Wartezeit kann man damit auf angenehme Art und Weise verkürzen.

Natürlich weiß ich auch um die Probleme mit der Sicherheit. Ich poste nur, was ich für unbedenklich halte und aus genau diesem Grund gibt es eben auch die Trennung zwischen Facebook und Twitter: Auf Facebook bin ich ich, auf Twitter bin ich in gewisser Weise eine Kunstfigur, die einiges von sich preisgibt, aber eben nicht alles und vor allem nicht das, auf was es ankommt.

Neben den sozialen Netzwerken nutze ich das Internet natürlich auch wie jeder andere: Ich google und recherchiere, schaue Videos auf Youtube, nutze Google Maps, wenn ich nicht weiß, wie ich zu einem bestimmten Ort kommen soll, und ich blogge.

So, und bevor sich hier jetzt jemand Sorgen macht: Natürlich gibt es auch bei mir komplett medienfreie Zeiten. ;-) Wenn ich spazierengehe, dann gehe ich spazieren, ohne Handy in der Hand. Wenn ich ein Buch lese, dann werde ich in der Zeit auch nichts Überlebenswichtiges auf Twitter oder Facebook verpassen.Und ja, ich glaube auch, dass solche medienfreien Zeiten wichtig sind und man sich weder zu sehr von den Medien abhängig machen noch von ihnen beeinflussen lassen sollte. Das wirklich wichtige, das, worauf es ankommt, ist und bleibt das reale Leben.

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