WM im Web – 5

Der DFB schottet sich zu sehr ab, liest und hört man dieser Tage oft. Und ja, wenn man sich die Sicherheitsvorkehrungen rund um das Campo Bahía anschaut und dann vergleicht, wie die Niederländer sich an der Copacabana unter’s Volk mischen, dann könnte man das durchaus glauben. Wo der DFB wirklich sehr präsent ist, ist aber im Internet.

Über die Sozialen Netzwerke Facebook und Twitter kommuniziert der Verband mit Fans und der Öffentlichkeit, postet oftmals Inhalte, die auch auf der Homepage bzw. vor allem auch auf tv.dfb.de zu finden sind, um sie „unter’s Volk“ zu bringen. Das sind viele Fotos, vom Training, von besonderen Aktionen. Das sind Videos, auch vom Training, von der „Szene des Tages“ oder auch mal eine Videobotschaft eines Spielers an die Fans.

Was ich wirklich gut finde ist die Tatsache, dass jede einzelne der Pressekonferenzen, die ja nahezu täglich stattfinden, in einem frei verfügbaren Livestream im Internet angeboten werden. Das heißt jetzt natürlich nicht, dass ich da jeden Tag davor sitze, aber da auch vorher bekannt gegeben wird, wer bei der PK jeweils dabei sein wird, schaue ich mir die in ausgewählten Fällen schon auch mal an.

Man kann natürlich fragen, ob das die richtige, ob es eine gute Taktik ist, die der DFB da fährt. Ich habe keinen Vergleich, wie die Verbände anderer Länder social media zur Kommunikation mit ihren Fans nutzen, aber teilweise wird mir die Omnipräsenz des DFB fast ein wenig zu viel. Man kann annehmen, dass dadurch versucht wird zu kompensieren, dass man sich ansonsten eben sehr distanziert gibt und abschottet, von den Journalisten, die regelmäßig nach 15 Minuten des Trainings verwiesen werden, und von den Fans vor Ort, die gar nicht erst die Möglichkeit haben, in irgendeiner Weise der Mannschaft nahe zu kommen.

Man kann aber eben auch fragen, ob das funktioniert, ob es insbesondere die Fans versöhnt. Und sowieso kann man fragen, welchen Mehrwert ein 50-sekündiges Video hat, in dem 25 Sekunden für den (äußerst nervigen) Vor- und Abspann draufgehen, und man dann 25 Sekunden lang einen Lukas Podolski sieht, der mit präzisen Schüssen herumliegende Bälle in das Ballnetz befördert. Oder einen Bastian Schweinsteiger, der der Basketball-Mannschaft vom FC Bayern München zum Titelgewinn gratuliert. Oder einen Erik Durm und einen Matthias Ginter beim Darts-Spielen. Oder…

Ja, manchmal ist es ganz witzig. Wenn „Schweini“ und „Poldi“ Arne Friedrich in voller Montur in’s Meer befördern. Und prinzipiell finde ich es immer gut, wenn die Möglichkeiten, die die heutige Technik, die das Internet heute bietet, auch genutzt werden. Aber beim DFB frage ich mich ab und an schon, was das soll und ob das noch so sinnvoll ist.

 

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