Was machen die da?

Ja, ich verbringe ziemlich viel Zeit im Internet. Aber ich stoße im Internet immer wieder auf so viele tolle Dinge, dass ich gar kein schlechtes Gewissen habe. Dinge, vor denen ich sitze und staune und mich frage, wow, so etwas gibt es?

Ungefähr so war es, als ich Was machen die da? entdeckt habe – natürlich zufällig, so wie man die besten Dinge immer zufällig entdeckt. „Was machen die da?“ ist ein Blog, ein Projekt. Ein, wie ich finde, sehr ambitioniertes und sehr gelungenes Projekt. Ein Interview-Projekt. Dahinter stehen Isabel Bogdan und Maximilian Buddenbohm. Sie besuchen Menschen, fotografieren und interviewen sie über das, was sie machen, und das landet dann als ein langer Text auf dem Blog.

Das klingt jetzt nicht so furchtbar spannend, ist es aber. Allein die Mischung der Interviewten – so viele verschiedene Berufe, Beschäftigungen und Tätigkeiten sind dort schon jetzt versammelt. Es finden sich u.a. eine Mutter, ein Zahnarzt, eine Literaturübersetzerin, eine Pressesprecherin, ein Social-Media-Betreuer, eine Dragqueen, eine Paramentenweberin und noch viele, viele andere. Einige Texte habe ich schon gelesen, aber längst noch nicht alle und natürlich wird das Vorhaben auch dadurch erschwert, dass jede Woche ein neuer Text dazu kommt.

Und diese Texte sind einfach gut. Am Anfang, beim ersten Lesen, war es ein wenig ungewohnt, denn es ist kein Interview im klassischen Sinne, bei dem man Fragen und Antworten liest, aber auch kein klassischer geschriebener Text. Es ist mehr wie ein Interview ohne Fragen, es ist das, was der Interviewte sagt in schriftlicher Form – ein wenig geglättet, ein wenig gekürzt, aber mit den typischen Formulierungen, Wendungen und Gedankensprüngen mündlicher Sprache. Wie gesagt, das ist für einen Moment ungewohnt, aber dann gewöhnt man sich schnell daran und dann ist es wirklich gut und flüssig zu lesen. Und erfrischend anders.

Die Interviewten stammen in der Regel aus Hamburg und Umgebung, da auch Bogdan und Buddenbohm in Hamburg wohnen. Aber bei der Vielzahl unterschiedlichster Tätigkeiten allein jetzt schon in dieser begrenzten Region, würde man wohl kaum hinterherkommen, wollte man das ganze örtlich ausweiten.

Ich finde „Was machen die da?“ vor allem spannend, weil es inhaltlich super interessante Texte gibt. Es sind Dinge dabei, die mich aus, ich nenne es mal fachlichen, Gründen interessieren (so die Literaturübersetzerin, die Pressesprecherin und der Social-Media-Betreuer), aber auch Dinge, von denen ich nicht einmal weiß, was das ist (so muss ich z.B. dringend und ganz bald die Paramentenweberin, den Regionalulf und den Wiesenvogelschutz lesen) und es gibt Dinge, über die man einfach gerne mehr erfährt oder die man mal aus der anderen Perspektive erfahren kann (der Zahnarzt bspw.). Und ich finde es spannend, weil es etwas völlig anderes ist, keine gewöhnliche Vorstellung eines Berufs oder eines Hobbys, kein normaler Blog mit normalen Texten, keine normalen Interviews. Es ist so eine Mischung aus alledem und wahrscheinlich gerade deswegen so gut.

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4 Kommentare zu „Was machen die da?

  1. Oh, vielen Dank! Wir finden es auch selbst jedes Mal wieder spannend, fast immer sind überraschende Momente dabei.

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