British Drama – „Sherlock“

Mittlerweile bin ich wohl süchtig. Nach (bestimmten) Fernsehserien. Nicht nach deutschen, kein GZSZ oder ähnliches, nicht nach amerikanischen – nach englischen Serien. Also guten ;-) Die es, leider Gottes, im deutschen Fernsehen, bis auf wenige Ausnahmen, entweder nur in Spartensender (ZDFneo) schaffen oder zu Zeiten gesendet werden, wo niemand wirklich Notiz von ihnen nimmt (ab 22 Uhr). Wobei mir das auch eher wenig ausmacht, denn ich schaue sie mir sowieso im englischen Original an.

British Drama – das ist genau meins. Mittlerweile gibt es eine ganze Reihe von Serien, die ich geschaut habe oder immer wieder mal schaue – wenn es neue Folgen gibt oder ich das Bedürfnis verspüre, mir die alten noch einmal anzusehen. Schon lange liegt hier ein angefangener, unfertiger Blog-Post herum, in dem ich alle Serien, die ich mag, vorstellen wollte. Weil der aber sowieso schon viel zu lang war, ich darin aber dennoch über keine der Serien schon alles wichtige geschrieben hatte und jetzt noch weitere Serien hinzugekommen sind… habe ich mir gedacht, ich mache daraus eine kleine Reihe. Jede Serie bekommt ihren eigenen Post und einmal die Woche, immer am Mittwoch, gibt es hier jetzt „British Drama“.

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Angefangen hat meine „addiction“ wohl mit Sherlock (BBC) und deswegen darf Sherlock auch hier den Anfang machen. Ich weiß gar nicht mehr, ob ich diese Serie zunächst auf Deutsch oder auf Englisch kennengelernt habe, auf jeden Fall sind Mama und ich irgendwann mal per Zufall im Fernsehen über eine Folge der ersten Serie gestolpert. Die ersten beiden Staffeln (je 3 Folgen à 90 Minuten) habe ich mittlerweile mehrfach auf Englisch und auf Deutsch gesehen, die dritte Staffel lief im Januar 2014 bei der BBC und eine vierte wird es wohl auch noch geben, allerdings wohl nicht unbedingt mehr in diesem Jahr. Genaueres weiß ich aber leider nicht.

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Bei „Sherlock“ handelt es sich um die bekannten Fälle von Arthur Conan Doyle, wobei diese zum Teil abgeändert, Szenen und Hinweise aus verschiedenen Romanen in einer Folge vereint werden. Und das Allerwichtigste: Die Geschichten wurden in das London der Gegenwart versetzt, mit allem drum und dran: Sherlock nutzt moderne Technik, das Internet und Smartphones, oftmals spielt das Fernsehen eine Rolle und John Watson schreibt einen Blog über die gemeinsam gelösten Fälle.

Ich habe die Romane nie gelesen und kenne auch keine anderen Verfilmungen, daher kann ich keine Vergleiche ziehen, aber diese Serie haut mich einfach immer wieder um. Sherlock ist ein genialer Mann, der Straßen- und Tube-Karten von ganz London im Kopf hat, der, wenn er etwas auf der Spur ist, in einem Affentempo redet (sodass ich am Anfang z.T. Untertitel brauchte), der denkt wie ein Computer und sich manchmal auch verhält wie einer, der ganz schlecht Gefühle zeigen kann bzw. sogar abstreitet, überhaupt welche zu haben. Dennoch merkt man ganz deutlich im Verlauf der Serie, durch den Einfluss seines Mitbewohners und Freundes John Watson, dass Sherlock menschlicher wird, sich mehr Gedanken über seine Mitmenschen macht. Aber er bleibt dabei dennoch immer jemand, der gesellschaftliche Konventionen und Regeln des menschlichen Miteinanders entweder nicht kennt oder den sie schlicht und einfach nicht interessieren. Nur in ein Bettlaken gehüllt im Buckingham Palace sitzen? Kein Problem.

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Insbesondere in der dritten Staffel hat man dann manchmal fast den Eindruck, dass die zwischenmenschlichen Beziehungen mehr Platz einnehmen als die Ermittlungsarbeit und das Lösen von Fällen. Viele Fans hat das gestört, denn das Genie Sherlock Holmes, seine Auffassungsgabe, seine intellektuellen Fähigkeiten, die bisher alle Folgen bestimmt hatten, traten dabei in den Hintergrund. Mich persönlich störte mehr, dass die Symbiose Holmes und Watson nicht mehr so stark war wie in den ersten beiden Staffeln, denn jemand Drittes kam dazu, eine Frau, die in John Watsons Leben trat.

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Meiner Liebe zu der Serie hat das aber keinen Abbruch getan. Da die Wartezeiten zwischen den einzelnen Staffeln immens lang sind, werden sie überbrückt mit Wiederholungen der alten Folgen – viele Stellen sind dabei, die ich schon mitsprechen bzw. wortgetreu zitieren kann.

Und: Für mich gibt es nur einen Sherlock: Benedict Cumberbatch. Andererseits, und ja, ich habe es versucht, wird Benedict Cumberbatch aber wohl auch auf ewig in allererster Linie Sherlock sein. (Ich werde allerding mit „The Imitation Game“ einen neuen Versuch wagen, ihn auch in einer anderen Rolle zu sehen.)

Wer „Sherlock“ noch nicht kennt: Unbedingt anschauen, es lohnt sich!

Zitate:
I always hear ‚punch me in the face‘ when you’re speaking but it’s usually subtext.

I dislike being out-numbered, it makes for too much stupid in the room.

Brilliant, Anderson. – Really? – Yes, brilliant impression of an idiot.

 

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