Meine Musiklieben: Beatles und McFly

Dass mein Musikgeschmack nicht unbedingt typisch ist bzw nicht unbedingt dem entspricht, was der Rest meiner Altersklasse so hört, weiß ich schon ein bisschen länger. Meine allererste große Musikliebe waren (und sind immer noch) die Beatles. Und wenn ich „Liebe“ sage, dann meine ich Liebe, und wenn ich von „groß“ schreibe, dann ist das auch wörtlich zu nehmen. Das bedeutet in der Realität, dass ich nicht nur alle Alben im Regal stehen habe, sondern auch die Filme, sowie weitere DVDs und diverse Bücher von und über die Gruppe. Und da ja glücklicherweise alle nach der Trennung weiter Musik gemacht haben, gibt es dann auch noch unzählige Solo-Alben von Lennon, McCartney, Harrison und Starr zu entdecken. (Beatles- und Solo-Alben machen den Großteil meiner CD-Sammlung aus, allerdings ist auch der Rest, von je zwei Alben von Robbie Williams und Michael Bublé mal abgesehen, von Künstlern, die altersmäßig schon fast meine Großeltern sein könnten, sofern sie überhaupt noch leben).

Wenn ich mich für etwas begeistere, dann richtig. Das hört eben nicht mit der Anschaffung der Musik auf, sondern ich will alles. Alles sehen, alles wissen (alles haben). Deswegen die Bücher, deswegen noch immer in meinen Favoriten im Browser viele  einschlägige Seiten, deswegen lange Zeit die Anmeldung in einem Forum, deswegen unzählige Youtube-Videos von Konzerten, Interviews und anderen Dingen gesehen. Deswegen habe ich, um auch wirklich zu wissen, wovon da gesungen wird, die Song-Texte ausgedruckt, beim Anhören mitgelesen, Wörter nachgeschlagen – weswegen ich jetzt noch, wo die Begeisterung nicht mehr so akut ist, fast alle Lieder komplett auswendig mitsingen kann.

Aber leider kenne ich eben jetzt schon vieles. Es tauchen immer wieder neue Fundstücke auf, ich kann immer noch stundenlang Demos und early takes hören, die ich noch nicht kenne – aber den offiziellen Kram kenne ich größtenteils komplett. Und ich habe schon ab und an gedacht, dass das eigentlich echt schade ist, denn diese Phase des Entdeckens, die war unheimlich aufregend und schön. Immer mehr zu hören und zu sehen und zu lernen – die „Beatles-Welt“ war ein einziger, riesengroßer Schatz und es war wirklich spannend, sie nach und nach zu erkunden. Kein weiterer Künstler, keine weitere Band hat mich seitdem so gefesselt wie die Beatles – es gibt viele weitere gute Musik, die ich mag und gerne höre, aber nichts mehr, wo ich das Bedürfnis verspürt habe, jedes kleinste Fitzelchen Information aufzusaugen.

Tja. Ich fürchte, genau das ist jetzt passiert. Über Umwege, über den „Vlog“ (ich finde ja, das ist ein ganz fürchterliches Wort) von Carrie Hope Fletcher („Wer?“) und den ihres Bruders Tom Fletcher („Wer?“) bin ich zu McFly-Videos gekommen (naja, streng genommen eher McBusted, aber da das ja eher son temporäres Ding ist, hab ich mich eher für McFly interessiert). Fand die vier Herren interessant, ein bisschen freaky, sehr british, aber irgendwie cool, fand die Musik, die mir in den Videos begegnete, nicht so schlecht – und habe angefangen, gezielter nach Musikvideos zu suchen, nach Konzerten, habe gegooglet, die Wikipedia-Seiten über McFly und die vier Mitglieder gelesen, Spotify angeworfen und jetzt, am Wochenende einfach mal alle Alben durchgehört (sind ja „nur“ fünf). (Witzigerweise haben McFly den Titel als jüngste Band aller Zeiten mit einem Nummer 1-Album von den Beatles übernommen).

Den ganzen Prozess des „eine Band entdecken“, den mache ich jetzt grade nochmal. Und es macht so unglaublich viel Spaß, dass ich mich in der vergangenen Woche stark zurückhalten musste, da die Klausuren doch eine höhere Priorität haben sollten. Aber am Wochenende habe ich mir die Zeit dafür dann einfach mal genommen. Es ist ähnlich wie vor einigen Jahren mit den Beatles: Mir reicht es nicht, nur die Musik zu hören, sondern ich will mehr wissen: Wie ist die Band entstanden, wie hat sie sich entwickelt, was ist alles so passiert, was steckt hinter der Musik, wer singt, wer schreibt die Songs, wer sind die Leute dahinter überhaupt undsoweiter. Ähnlich ist auch, dass es schon unglaublich viel gibt, viel Musik, viele viele Videos, von Konzerten, von Interviews, etc. – auch ein Buch/eine Autobiografie, die ich nur aus dem Grund noch nicht bestellt habe, weil ich genau weiß, dass ich dann nix mehr auf die Reihe bekäme, bevor ich das Buch nicht gelesen hätte. (Vielleicht gibt’s das als „Belohnung“, wenn die Bachelor-Arbeit abgegeben ist.) Anders ist, dass es sich in diesem Fall noch eher um „altersgerechte“ Musik handelt bzw. die Musiker nicht dreimal so alt sind wie ich, sondern nur ein paar Jahre. Und, dass man durchaus noch mehr und neue Musik erwarten darf/kann.

McFly? Tja, ich hatte tatsächlich auch noch nie wirklich etwas von ihnen gehört und keiner der Songs, die ich jetzt gehört habe, kam mir auch nur ansatzweise bekannt vor. Zusammen gefunden haben sie 2003 im Alter von 15 bis 18 Jahren, das erste Album kam 2004 raus. In Großbritannien waren bzw. sind sie unglaublich groß (na gut, One Direction sind vermutlich größer, aber die mag ich nicht – und für die hat McFly wiederum Songs geschrieben), mit 2 von 5 Alben auf der Nummer 1, 7 Nummer 1- und 19 Top 10-Singles. Für Deutschland habe ich bei einer kurzen Recherche keine einzige Chart-Platzierung finden können, auch der deutsche Wikipedia-Eintrag fällt vergleichsweise kurz und wenig aussagekräftig aus, woraus ich einfach mal schließe, dass sie hier nicht wirklich groß rausgekommen sind.

Warum, kann ich nicht so wirklich sagen. Die Musik ist gut, eingängig zwar, aber nicht seicht, mit schönen Melodien und durchaus auch tiefgründigen (oder auch mal ziemlich kuriosen) Texten, zu den Singles gibt es z.T. recht aufwändig produzierte Videos. Auf Wikipedia werden sie als „pop rock/pop punk band“ bezeichnet, wobei sich ersteres auf die Musik und letzteres auf Aussehen bzw. Performance beziehen dürfte – ich habe keinen blassen Schimmer, wie man noch vernünftig Gitarre spielen kann, wenn man so wild auf der Bühne herumhüpft wie McFly. Aber es hat auch was, wenn eine Band so viel Energie versprüht bei ihren Konzerten, statt brav hinter ihren Mikrofonständern zu stehen.

Einen letzten Punkt möchte ich noch erwähnen, der wohl auch dazu beiträgt, dass mich die Band anspricht (auch und gerade im Gegensatz zu z.B. One Direction): Das ist keine klassische Boyband, so wie man sie sich typischerweise vorstellt, sondern das sind alle vier echte Musiker. Die ihre Songs selbst schreiben, die ihre Instrumente selbst spielen, die aus dem Stand mehrstimmig und A cappella singen können (sowas begeistert mich sowieso immer sofort), die, so scheint es jedenfalls, keine großen Shows einstudieren, sondern authentisch und sie selbst sind und selbst fast den größen Spaß an ihren Konzerten haben. Die musikalisch richtig was drauf haben und auch sonst nicht auf den Kopf gefallen sind. Die nicht festgelegt sind auf eine ganz spezielle Art/Richtung von Musik, sondern variieren, Dinge ausprobieren. Die sich selbst überhaupt nicht ernst nehmen und kein absolut kein Problem damit haben, sich lächerlich zu machen – inklusive diverser homoerotischer Anspielungen und alberner „Challenges“. Die sich wahlweise als beste Freunde oder Brüder bezeichnen und auch schon durchaus schwere und unschöne Zeiten zusammen durchgemacht haben.

So. Ich könnte jetzt noch sehr viel mehr schreiben (und das, obwohl ich McFly tatsächlich erst seit ein paar Tagen kenne), lasse aber jetzt einfach noch ein paar Videos hier, für den Fall, dass ihr jetzt wissen wollt, wovon ich hier eigentlich rede:

5 Colours In Her Hair (erste Single):

Transylvania:

Saturday Night/Surfer Babe (Royal Albert Hall 2013, zum 10. Geburtstag der Band)

Love Is On The Radio (vom noch nicht erschienenen 6. Album, ebenfalls Royal Albert Hall 2013):

Und das meinte ich mit a cappella: Air Guitar (nicht McFly, sondern McBusted (McFly und 2 von 3 Busted-Mitgliedern), minus den Schlagzeuger, plus einen unbekannten, klatschenden Herrn in schwarz):

Zu der Vlog-Sache plane ich einen weiteren Post in (hoffentlich) den nächsten Tagen, dann allerdings (hoffentlich) aus eher medien-orientierter und weniger Fangirl-Perspektive.

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