Trip to London – Day 3

Unser dritter und letzter Tag in London begann mit weitaus weniger freundlichem Wetter als die beiden vorherigen, aber immerhin war es zunächst noch trocken. Nach dem Frühstück packten wir zunächst unsere Koffer wieder ein (und stellten später beim Check-In am Flughafen fest, dass obwohl wir nichts gekauft und mit denselben Sachen wie auf dem Hinflug zurückgereist sind, einer der Koffer nur knapp 0,5 Kilo unter der Maximalgewichts-Grenze lag. Enge Kiste.). Das Gepäck konnten wir für den Tag noch an der Rezeption des Hotels lagern und machten uns dann mit der Tube auf zu Westminster Abbey.20160528_113232Am Donnerstag waren wir für einen Besuch ja zu spät dran gewesen – als wir am Samstagmorgen vor dem Eingangsportal ankamen, war die Schlange bereits so lang, dass wir mit Sicherheit eine Stunde hätten warten müssen. Obwohl wir auch hierfür 2-for-1-Vouchers hatten und so nur Eintritt für 3 Personen hätten zahlen müssen, entschieden wir uns dann gegen einen Besuch der Abbey, und nutzten die an diesem Tag durch unseren Rückflug am Abend doch etwas begrenzte Zeit lieber anders.

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Wir wandten uns also erneut zur Thames, spazierten dieses Mal aber am nördlichen Ufer entlang. Kurz vor der Golden Jubilee Bridge fing es an zu regnen, nachdem es den gesamten Vormittag schon eher grau gewesen war. Wir gingen über die Golden Jubilee Bridge und nach vielleicht einer halben Stunde hörte der Regen auch wieder auf und das war das erste und letzte Mal, dass es während unserer Zeit in London regnete.

Auf der anderen Seite des Flusses sahen wir kurz bei einem Werbe-Dreh gegenüber der ITV-Studios zu und gingen dann in östlicher Richtung weiter zur Gabriel’s Wharf. Auf dem Gelände dieser ehemaligen Werft sind lauter kleine, nette Geschäfte, darunter ein Fahrrad-Laden, und Restaurants. Alles ist in bunten Farben angemalt und es wirkt irgendwie sehr heimelig, modern und gleichzeitig fast unbekannt, wie ein Geheimtipp.

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Danach gingen wir noch ein paar Schritte weiter zum Oxo-Tower. In diesem Büro- und Geschäftsgebäude kann man im 8. Stock von einer Aussichtsplattform kostenlos den Blick auf die Thames und die Stadt werfen. Bei besserem Wetter ist das sicherlich ein noch schöneres Erlebnis und man sieht natürlich längst nicht alles (Westminster ist zum Beispiel aufgrund der Biegung des Flusses nicht in Sichtweite), aber da wir das Monument schon nicht besteigen konnten und nicht alle von uns im London Eye waren, wollten wir zumindest diesen Blick von oben mitnehmen.

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Und außerdem war das natürlich wieder ein ausgezeichneter Zeitpunkt und Ort, um Fotos zu machen.

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Wir gingen über die Blackfriars Bridge und suchten uns auf der anderen Fluss- und Stadtseite einen Weg zur und durch die Fleet Street. Wer dort allerdings noch viele Zeitungen, Verlage und Redaktionen erwartet, wird eher nicht fündig werden. Beeindruckender waren da eher die Gebäude, in der die Royal Courts of Justice zu finden sind.P1070374
Es war jetzt schon früher Nachmittag und die Frage stand im Raum, was wir mit dem Rest des Tages noch anfangen wollten. Kurz nach obigem Foto verzogen sich die grauen Wolken endgültig und es wurde wieder sonnig und richtig schön warm. Also fassten wir den Plan, unsere müden Füße etwas zu schonen und richtig schön britisch in einem Supermarkt ein paar Sandwiches zu kaufen und zum Abschluss unseres London-Besuches im St. James’s Park zu picknicken.

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Aus dem Supermarkt wurde erneut ein Pret à manger, aber ein Besuch in einer der zahlreichen Filialen ist wirklich zu empfehlen. Alle Sandwiches und Wraps sind wirklich lecker und frisch und der Kaffee schmeckt auch. Wir saßen eine gemütliche knappe Stunde im Park auf dem Rasen und bekamen sogar noch „Besuch“ von einem (grauen) Eichhörnchen, das eine Nuss im Mund trug und sich offenbar schon seinen Wintervorrat anlegte.

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Gegen 16 Uhr machten wir uns auf den Weg zurück zum Hotel. An der Liverpool Street Station holten wir uns die Restbeträge von unseren Oyster Cards zurück, mit denen wir in den vergangenen Tagen sehr unkompliziert Tube gefahren waren. Wir hatten die Cards bereits am Mittwochabend gekauft und mit £20 aufgeladen. Für den Jüngsten in der Runde lohnte sich aufgrund des Alters keine Oyster Card, für ihn wurde jeden Tag eine Child Travelcard gekauft. Die Oyster Cards werden zu Beginn und am Ende jeder Tube-Fahrt an den Schranken aufgelegt und der entsprechende Betrag für die Fahrt wird dann abgezogen. Pro Tag muss jedoch nie mehr als £6,50 bezahlt werden, sodass £20 für drei Tage mehr als ausreichen und mögliches Restguthaben kann an Automaten ausgezahlt werden.

20160528_170556Wir nahmen einen kleinen Umweg und gingen durch Spitalfields und die Brick Lane zum Hotel zurück. Im Englisch-LK in der Oberstufe musste ich „Brick Lane“ von Monica Ali lesen und war von dem Roman nur wenig begeistert. Die Gegend und die Straße gefiel mir dagegen sehr gut: Überall roch es lecker nach (indischem) Essen, die Sonne schien und es waren viele Menschen deutlich unterschiedlicher Herkunft auf den Straßen unterwegs. (Ich will ganz sicher nicht politisch werden, aber wie ausgerechnet England/Großbritannien, die schon so „durchmischt“ sind, schon so viele Bestandteile fremder Kulturen in ihre eigene übernommen haben, gegen Immigration und Europa und für den Brexit sein können, erschließt sich mir wirklich nicht.)

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Anschließend zogen wir mit unseren Koffern auf direktem Wege wieder zurück zur Liverpool Street Station, bestiegen den Stansted Express und sahen dieses Mal aus dem Zug noch ein wenig englische Häuschen und Landschaft (auf der Hinfahrt war es bereits dunkel geworden). Am Flughafen deckten wir uns im Duty Free-Bereich noch ein wenig mit englischer Schokolade ein, futterten, als sich das Boarding weiter und weiter nach hinten verschob, noch ein paar Walkers Chips und konnten dann während des Fluges ein spannendes Schauspiel beobachten: Die Sonne war bereits fast verschwunden, dann schien sie aber noch einmal aufzugehen und versank dann doch endgültig hinter dem Horizont. Das lässt sich sicherlich irgendwie logisch-wissenschaftlich erklären, ich fand, es sah einfach schön aus.

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In Eindhoven sammelten wir unsere Koffer ein, unser Auto stand glücklicherweise noch dort, wo wir es am Mittwoch abgestellt hatten, und dann machten wir uns auf der nächtlich-verlassenen Autobahn auf das letzte Stück des Heimwegs. Um zwei Uhr waren wir schließlich zuhause (hatten dafür aber noch fast einen kompletten dritten Tag in London verbringen dürfen): Kaputt und müde, aber sehr glücklich und erfüllt von den wunderschönen Tage und den vielen Erlebnisse und (neuen) Erfahrungen. Ich habe mich noch ein wenig mehr in London und England und die britische Kultur verliebt (und bin, gerade im Rückblick,  nicht wenig geschockt über die Entscheidung für den Brexit am vergangenen Donnerstag), habe die Zeit unheimlich genossen und bereits eine „to do“-Liste für den nächsten London-Besuch.

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