Die unendliche Geschichte – oder: Wie ich zu meinem Internet-Anschluss kam

Mittlerweile wohne ich eine ganze Weile schon in meiner Wohnung in Münster. Die ersten gut drei Wochen davon noch ohne Telefon- und Internetanschluss. Das lag nicht daran, dass ich mich nicht rechtzeitig darum gekümmert hätte, und war, vorsichtig ausgedrückt, extrem nervig und höchst kompliziert.

Ohne Internet ist man einfach ziemlich aufgeschmissen. Und dabei meine ich noch nicht einmal meine Freizeit und mein privates Vergnügen, die ich auch deutlich anders gestalten musste. Aber das ist ja alles machbar und so habe ich in der Zeit immerhin viel gelesen und bin in der Regel relativ früh in’s Bett gegangen, was ja so verkehrt auch nicht ist. Aber alles, was sich um die Uni drehte, war mit Komplikationen verbunden und ich bin fast täglich mit meinem Laptop (und das ist leider kein kleiner, leichter, sondern ein ziemliches Monstrum) in die Uni gefahren, um dort im Uni-Netz zu recherchieren, Mails zu verschicken, mich für Prüfungen anzumelden, Referate abzusprechen bzw. vorzubereiten und mit den Referatspartnern abzustimmen und nicht zuletzt die Statistik-Aufgabe zu bearbeiten – denn um das Statistik-Programm zu nutzen, muss man Internet haben, um sich wiederum in das Uni-Netz einwählen zu können.

Erst, wenn man tatsächlich mal länger als einen Tag ohne Internet auskommen muss, merkt man, wie abhängig man davon mittlerweile ist. Was alles über das Internet läuft – und was alles ohne Internet nicht möglich ist. Und dabei, wie gesagt, rede ich noch nicht einmal von Freizeitgestaltung, sondern von Dingen, die ich als Studentin quasi beruflich tun und erledigen muss.

Ich hatte einen Anschluss bei wohl dem führenden Anbieter in Auftrag gegeben, dem mit dem großen „T“ und der schönen lila Farbe. Es begann damit, dass mir von einem Mitarbeiter, der mich anrief, mitgeteilt wurde, es wäre notwendig, dass ein Techniker vorbeikäme. Ein Termin für diesen Besuch wurde dann quasi in meiner Abwesenheit gemacht, er wurde mir einfach in einer Mailbox-Nachricht angekündigt. In einer Mailbox-Nachricht, in der ich, wohlgemerkt, mit völlig falschem Namen angesprochen wurde, sodass ich mir nicht einmal sicher war, ob ich damit gemeint war.

Also rief ich bei der Hotline an, um mich zu erkundigen, ob der Termin wirklich für mich war. Außerdem wollte ich nachhören, ob es nicht vielleicht möglich wäre, besagten Termin ein wenig vorzuziehen, denn es waren zu diesem Zeitpunkt noch über 10 Tage hin und ich hatte schon eine knappe Internet-lose Woche hinter mir. Mein Gesprächspartner teilte mir mit, es sei doch kein Techniker vor Ort notwendig. Mit dem Namen meiner Vormieterin konnte er scheinbar mich, die Wohnung, die Dose, den Anschluss (was auch immer) genau identifizieren und schalten und sagte mir, ich bekäme am kommenden Montag oder Dienstag eine neue Auftragsbestätigung per Mail und der Anschluss würde ab dann auch funktionieren.

Es kam Montag, es kam Dienstag, es wurde Dienstagabend und es passierte: nichts. Weder kam die Auftragsbestätigung, noch funktionierte der Anschluss. Es folgte der nächste Anruf bei der Hotline. Mir wurde bestätigt, dass kein Techniker vorbeikommen müsse, der Anschluss würde aber erst (frei-)geschaltet zu dem Termin, zu dem ursprünglich der Techniker hatte kommen sollen, also zwei Tage später, am Donnerstag. Nun gut, ich hatte jetzt schon lange genug ohne Internet gewohnt, auf die zwei Tage kam es auch nicht mehr an.

Man kann sich schon fast denken, wie es weiter geht. Auch am Donnerstag passierte: nichts. Der nächste Anruf, die Weiterleitung zur Technik. Nein, das könne auch nicht funktionieren, da müsse ein Techniker vorbeikommen. Am nächsten Tag würde ich angerufen zur Terminvereinbarung. Einen Anruf bekam ich am Freitag nicht, stattdessen eine SMS: Der Techniker habe mich zum vereinbarten Termin nicht angetroffen und mich auch telefonisch nicht erreicht. Spätestens jetzt hätte ich schreien können. Ich war, nach der zweimaligen Aussage, es käme kein Techniker, nämlich zu dem ursprünglich angegebenen Termin nicht zuhause gewesen. Angerufen hatte mich nachweislich aber auch niemand. Ob da also überhaupt jemand vor meiner Tür gestanden hatte, weiß ich nicht. Bei einem Anruf hätte ich innerhalb von fünf Minuten da sein können.

Also: Anruf bei der Hotline. Mein Geduldsfaden war mittlerweile erheblich kürzer geworden und das konnte ich auch nicht mehr wirklich gut verbergen. Als mich allerdings eine Mitarbeiterin, kurzangebunden und hörbar vorwurfsvoll, fragte, wie ich denn nur auf die Idee kommen könnte, ein schriftlich angekündigter Termin für einen Techniker sei nicht notwendig, da hatte ich kurz das Gefühl, in einem schlechten Film zu sein. Oder bei „Verstehen Sie Spaß“. Das Ende vom Lied: Ein Termin weitere 12 Tage später. Der Versuch, an der richtigen Stelle eine Beschwerde abzuliefern, scheiterte auch, da ich zunächst an die Zentrale in Bonn und von dort wieder zurück zur Service-Hotline verwiesen wurde.

Ich schrieb einen dreiseitigen Brief, in dem ich ausführlichst darlegte, welche Aussagen mir gegenüber zu welchem Zeitpunkt gemacht worden waren. Bis heute keine Reaktion. Ich wohnte also noch knapp anderthalb Wochen ohne Internet in meiner ansonsten perfekten Wohnung, lief und fuhr ständig mit meinem Laptop durch die Gegend und reizte das Datenvolumen meines Handys aus.

Zum zweiten Termin kam pünktlich ein Techniker, freundlich und fähig, es dauerte keine zwanzig Minuten – und ich hatte Internet. Über einen Monat, nachdem ich den Anschluss in Auftrag gegeben hatte. Und die unendliche Geschichte fand ein Ende.

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Endlich leuchtet alles so, wie es soll.

Ich hatte mich durchaus bewusst für diesen Anbieter entschieden, nachdem ich mit einem anderen in Trier bereits schlechte Erfahrungen gemacht hatte. Aber diese Geschichte wird nun dazu führen, dass ich mich beim nächsten Mal erneut wieder für einen anderen entscheiden werde. Gott sei Dank gibt es ja genug.

Die einzig spannende Frage jetzt noch ist, was wohl auf meiner ersten Rechnung stehen wird, die ich bisher noch nicht erhalten habe. Gegebenenfalls werde ich da nochmal Gespräche führen müssen. Eins habe ich auf jeden Fall gelernt: Internet ist wichtiger, als man denkt. (Oder als man es vielleicht gern hätte.) Und: Vertraue keinem Internet-Anbieter. Niemals nicht.

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