Ein Lebenszeichen

Nein, ich bin nicht über meiner Master-Arbeit verzweifelt oder zwischen Umzugskisten verloren gegangen. Aber diese beiden Punkte – plus die 20 Stunden Arbeit pro Woche – haben dafür gesorgt, dass ich in den letzten Wochen absolut keine Zeit für Privatleben, Hobbys, soziale Medien oder den Blog hatte.

Ja, vielleicht hatte ich den „fliegenden Wechsel“ etwas unterschätzt. Mit einer Woche Luft, in der die Arbeit gedruckt und abgegeben wurde, von Werkstudentendasein und Master-Studium in einen „richtigen“ Job zu wechseln, war nicht ohne. Wobei es eher die Begleitumstände waren, die für Stress und eine rekordmäßig lange to do-Liste gesorgt haben. Genauer gesagt, der Umzug von Münster nach Dortmund, der da neben der Fertigstellung der Master-Arbeit noch zu organisieren und durchzuführen war. Und der sich dementsprechend zog: An jedem Septemberwochenende war an mindestens einem Tag Umzug angesagt: IKEA-Einkauf, Aufbau von Möbeln, Aufbau der Küche, schließlich der Umzug der schon vorhandenen Möbel. Abgabe der Master-Arbeit und Übergabe der Münsteraner Wohnung am Donnerstag, am Montag darauf dann der Start in Dortmund. Wenn ich nicht so eine große Familie hätte, die unglaublich viel geholfen und mitangepackt hat, ich weiß ehrlich nicht, wie das überhaupt hätte gehen sollen.


Ein letzter Kaffee in Münster: Zeit totschlagen zwischen Master-Arbeits-Abgabe und Schlüssel-Übergabe.

Und so bin ich nun seit einer Woche hier in Dortmund. In einer neuen Wohnung, in der ich mich seit dem ersten Tag pudelwohl fühle, die aber auch noch etwas Zeit und Arbeit braucht, bis wirklich alle Zimmer und Ecken auch wohnlich aussehen. Vor allem im Wohnzimmer stehen sind die Regale noch leer und der Boden noch voll mit Stapeln und Kisten. Dann hat mich in der letzten Woche auch noch eine Erkältung etwas lahmgelegt – mein Körper weiß dankenswerterweise immer genau, wann er krank werden „darf“ – und überhaupt fehlt mir gerade auch zu vielem ein wenig der Elan und die Motivation.

Ich habe eine lange Liste, was ich noch erledigen möchte, ich habe eine lange Liste an zu schreibenden Blog-Posts, ich habe – eigentlich – Pläne für’s Ehrenamt, ich will mir hier in Dortmund ganz schnell eine Gelegenheit zum Sportmachen und einen Chor suchen – und uneigentlich will ich abends einfach nur auf dem Sofa sitzen, Tee trinken, Schokolade essen und „Babylon Berlin“ schauen. Ich erkenne mich grad selbst nicht so ganz wieder, weil ich neben dem „ich will“ und „ich kann“ und „ich muss“ ziemlich antriebslos bin und mir nicht selbst den nötigen Tritt in den Hintern geben kann, worin ich sonst eigentlich ziemlich gut bin. Vielleicht war es doch etwas zu viel in den letzten Wochen.

Aber: Es hat sich gelohnt. Das glaube ich jetzt schon sagen zu können. Denn, siehe oben, ich habe eine wirklich schöne, gemütliche Wohnung gefunden und (fast fertig) eingerichtet; ich habe einen Job, der sich in den ersten fünf Arbeitstagen schon sehr gut angelassen hat, in dem ich, denke ich, viel lernen, viel erleben und auch viel tun und bewegen kann; und alles andere, das kommt dann auch noch (wieder). Hier im Blog und auch in meiner offline-Freizeit. Ab jetzt dann in Dortmund.

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