12 von 12 – Januar

Gerade erst hat das Jahr angefangen und schon ist wieder Zeit für „12 von 12“. Heute also an einem Samstag – wo es unter der Woche viele un-spannende Büro-Fotos zu sehen gibt, überwiegen heute ähnlich spannende Bilder von der Hausarbeit. Aber natürlich lasse ich mir die Aktion trotzdem nicht entgehen – mal schauen, ob ich auch in diesem Jahr wieder in allen 12 Monaten teilnehmen kann. „12 von 12 – Januar“ weiterlesen

Gelesen – 06/2018 und 07/2018

Am Ende des Juni habe ich es mit Mühe und Not geschafft, ein Buch zu beenden – für den dazugehörigen Blog-Post hat es dann nicht mehr gereicht. Deshalb heute gleich die doppelte Ladung „Gelesen“ – rückblickend für den Juni und den gerade erst abgelaufenen Juli. „Gelesen – 06/2018 und 07/2018“ weiterlesen

British Drama – Our Girl

Ja, es geht weiter. Es geht weiter. So viele britische Serien hatte ich vor drei Jahren aufgelistet, die auf meiner to-watch-Liste standen, und tatsächlich habe ich mittlerweile viele davon gesehen und immerhin vor jetzt auch schon wieder mehr als zwei Jahren auch drei davon hier verbloggt. Mittlerweile sind natürlich viele weitere sowohl auf die to-watch- als auch auf die gesehen-Liste dazu gekommen. Heute geht es um „Our Girl“, von der in dieser Woche das Finale der 3. Staffel ausgestrahlt wurde. Die Erinnerungen zumindest an diese Staffel sind somit gerade noch recht frisch. „British Drama – Our Girl“ weiterlesen

British Drama – Grantchester

Weiter geht es in der Reihe mit der Serie „Grantchester“ – und einem Bekannten von letzter Woche. „Grantchester“ stand schon lange auf meiner „to watch“-Liste und Ende des letzten Jahres hab ich es dann endlich einmal geschafft.

G_7
© Lovely Day/ITV

Die ITV-Serie „Grantchester“ erinnert, mich jedenfalls, entfernt an Pater bzw. Father Braun/Brown (ich kenne nur die schönen alten schwarz-weiß Filme mit Heinz Rühmann und die neuere BBC-Serie mit Mark Williams, nicht die mit Ottfried Fischer) und das kommt nicht von ungefähr. Grantchester ist ein kleines Dorf nahe Cambridge, in dem Sidney Chambers (James Norton, „Happy Valley“, „War And Peace“) als Vikar in den 50-er Jahren seine kleine Gemeinde betreut. Er wird im Pfarrhaus von Mrs. Maguire (Tessa Peake-Jones, „Only Fools And Horses“) umsorgt, die getreu nach dem Motto „Harte Schale, weicher Kern“ keine Gelegenheit auslässt, ihn zurechtzuweisen und seine Entscheidungen und Handlungen zu kritisieren, aber nicht nur getreulich seine Wäsche macht, das Haus putzt und Essen auf den Tisch bringt, sondern auch immer verlässlich an seiner Seite steht, wenn Not ist. Nach einer Weile ziehen auch ein Hund, ‚Dickens‘, und unglaublich naiver, aber irgendwie auch liebenswerter „curate“, Leonard Finch (Al Weaver, „Sherlock – The Blind Banker“) mit in’s Pfarrhaus ein.

G_1
© Lovely Day/ITV

Chambers ist unglücklich verliebt – nicht, weil seine Liebe nicht erwidert wird, sondern weil eine Beziehung oder gar Ehe zwischen den Beiden für die Familie von Amanda Kendall nicht in Frage käme und ihr außerdem schon ein Ehemann ausgesucht wurde. Um sich von seinem Liebesleben abzulenken, trinkt er – ein wenig zu viel, als gesund wäre – und löst Kriminalfälle. Zunächst drängt er sich dem örtlichen Detective Inspector Geordie Keating (Robson Green) geradezu auf, als er darauf besteht, dass ein Todesfall in seiner Gemeinde nicht, wie von der Polizei vermutet, ein Selbstmord war, sondern Mord.

G_4
© Lovely Day/ITV

Doch Keating erkennt recht bald, dass Chambers ihm helfen kann, weil er nicht nur nicht auf den Kopf gefallen ist, sondern vor allem, weil die Menschen, ob Verdächtige oder Zeugen, mit einem Vikar viel eher und viel offener sprechen als mit einem Inspektor. Nach einer Weile entwickelt sich aus der Zusammenarbeit auch eine enge Freundschaft zwischen den auf den ersten Blick doch eher ungleichen Männern.

G_5
© Lovely Day/ITV

„Grantchester“ wird als detective drama geführt, doch neben der Auflösung von Kriminalfällen spielen auch die Befindlichkeiten und das Gefühlsleben der Hauptakteure eine große Rolle. Der zweite Weltkrieg ist erst wenige Jahre vorbei und Chambers, der als Offizier bei den Scots Guards gedient hat, hat damit noch nicht abgeschlossen und wird immer wieder an seinen Einsatz erinnert – erst Recht, als er eine lose Affäre mit Hildegard Staunton (Pheline Roggan), einer deutsche Witwe, beginnt.

G_8
© Lovely Day/ITV

„Grantchester“ hat irgendwie alles, was ich in einer guten Serie suche: Ein bisschen Spannung, ein bisschen Drama, ein bisschen Gefühl, tolle Landschaften. Dazu noch ein schönes 50er-Swing-Jazz-Feeling – und James Norton. Ich hatte zwar zunächst etwas Mühe, mich nach „Happy Valley“ auf diesen von ‚Tommy Lee Royce‘ so völlig verschiedenen Charakter einzustellen, aber wirklich lange hat das nicht gedauert. Norton ist ein großartiger Schauspieler, der zuletzt in der BBC in „War And Peace“ zu sehen war und demnächst im West End in „Bug“ zu sehen sein wird.

G_6
© Lovely Day/ITV

Die erste Staffel von Grantchester wurde 2014 ausgestrahlt und umfasst leider nur sechs Folgen (à 45 Minuten). Die zweite Staffel läuft seit dem 02. März Mittwochs um 22 Uhr auf ITV.

Zitate:
Chambers: Do you think we have a problem with alcohol?
Keating: Absolutely. [Points at their empty glasses]. We don’t have any.

Mrs. Maguire:God may have formed Man out of dirt but I won’t stand for it on my lino.

 

British Drama – Happy Valley

Ich hatte ja versprochen, dass ich die Reihe „British Drama“ wieder aufleben lasse, wenn ich ein paar weitere Serien geschaut (und für gut befunden habe) – und jetzt ist es soweit. Die nächsten Wochen gibt es wieder jeden Mittwoch einen neuen Post.

HV_9© Ben Blackall/Red Production Company Limited

„Happy Valley“ habe ich zusammen mit meinen Eltern im September entdeckt und zwar auf dem WDR. Dort wurde die erste Staffel in Doppelfolgen und mit anwählbarer englischer Tonspur ausgestrahlt – perfekt für uns. So haben wir uns drei Wochen lang zusammengefunden, um die „glücklichen Gummistiefel“, wie die Serie nach einem Versprecher meines Vaters („Happy Wellies“) bei uns auch genannt wurde, zusammen zu gucken.

HV_1
© Ben Blackall/Red Production Company Limited

Im Original lief „Happy Valley“ auf BBC One und zwar schon im April 2014. Der Titel ist ein wenig irreführend, denn wenn die Kleinstadt in West Yorkshire eines nicht ist, dann glücklich. Happy Valley ist eine Krimiserie und keine für schwache Nerven. Die Serie dreht sich um Sergeant Catherine Cawood (Sarah Lancashire, „Coronation Street“, „Last Tango In Halifax“), die nicht nur im Beruf zahlreiche Probleme bewältigen, sondern auch privat mit Schicksalsschlägen umgehen muss. Ihre Tochter Becky erhängte sich vor acht Jahren nur kurz, nachdem sie ihren bei einer Vergewaltigung entstandenen Sohn Ryan auf die Welt  gebracht hatte. Ihr Vater, Catherines Ex-Mann Richard, fand sie damals tot in ihrem Schlafzimmer. Catherine zieht ihren Enkel Ryan auf, zusammen mit ihrer Schwester Clare (Siobhan Finneran, „Downton Abbey„), die gerade eine Heroin-Entzugskur hinter sich hat. Zu ihrem Sohn Daniel hat Catherine auf dessen Betreiben hin kaum Kontakt.

HV_2
© Ben Blackall/Red Production Company Limited

Gleich in der ersten Episode wird Ann Gallagher entführt. Ihr Vater hatte seinem Angestellten Kevin Weatherill eine Gehaltserhöhung verweigert und der engagierte den Bauunternehmer Ashley Cowgill, dessen Mitarbeiter Lewis Whippey und Tommy Lee Royce für die Entführung. Anns Eltern melden die Entführung jedoch jedoch erst nach einigen Tagen weil sie zuvor der Anweisung von Cowgill, nicht die Polizei einzuschalten, gefolgt waren.

HV_5
© Ben Blackall/Red Production Company Limited

Royce war gerade erst aus dem Gefängnis entlassen worden, wo er wegen Drogenhandels und anderer Delikte eingesessen hatte. Er ist jedoch auch der Vergewaltiger von Catherines Tochter, was jedoch nie zur Anzeige gebracht worden war. Catherine erfährt davon über Umwege und stößt bald auch bei ihren Ermittlungen im Fall Ann Gallagher auf seine Spur. So vereint sie ein berufliches, aber auch ein persönliches Interesse daran, Royce hinter Gitter zu bringen. Royce findet heraus, dass Ryan sein Sohn ist und nimmt, unbeobachtet von Catherine, Kontakt zu ihm auf. Sie kämpft an zwei Fronten und aus unterschiedlichen Motiven gegen ihn.

HV_4
© Helen Turton/Red Production Company Limited

Kurz: Es ist nichts Glückliches oder gar Idyllisches an dieser nett in einem Tal gelegenen Kleinstadt in Nordengland. Aber die Serie ist gerade aus diesem Grund unheimlich fesselnd. Sarah Lancashire ist eine unglaublich gute Schauspielerin. Man hält Catherine zunächst für eher unnahbar und gefühlskalt, doch erst im Laufe der Staffel erkennt und erfährt man, wie sehr sie immer noch unter dem Schicksal ihrer Tochter leidet. Sie ist ganz unbestritten der Star – eine starke Frau, oft auf sich allein gestellt, die aber immer und auch in ihren verletzlichen Momenten absolut authentisch ist. Ebenfalls grandios ist Siobhan Finneran, die als Clare ihre Schwester so gut es geht unterstützt und immer wieder vermittelnd auch zwischen ihr und Ryan einspringt, zwischen denen es öfter mal knallt. Dazu kommen herrliche nordenglische Akzente, wegen derer allein ich die Serie schon liebe.

James Norton („Grantchester“, „War And Peace“) spielt Tommy Lee Royce. „8 million people are currently wishing me dead“, sagte er dem Telegraph – er ist das personifizierte Böse in dieser Geschichte. Man erfährt nicht, warum er so (geworden) ist und das macht es dem Zuschauer leicht, ihn als klaren Gegenspieler zu Catherine zu sehen. Er ist ein Drogenhändler, ein Vergewaltiger, ein Entführer, bei ihm gibt es keine Grauzonen.

HV_8
© BBC

Happy Valley ist spannend, mit hevorragenden Schauspielern besetzt – und stellenweise ziemlich blutig. Zu blutig für manche vielleicht. Es wird nichts beschönigt und es wird nichts ausgelassen – eine Polizistin wird überfahren und die Szene scheint ewig anzudauern, ein Kampf zwischen Catherine und Royce wird in voller Länge und Direktheit gezeigt. Er endet für Catherine im Krankenhaus, wo sie in Lebensgefahr schwebt, Royce muss sich mit einer unbehandelten Blutvergiftung vor der Polizei verstecken und bringt gleich noch zwei Mitwisser um, wobei er selbst ebenfalls erneut verwundet wird. Am Ende kommt es zum Showdown zwischen Royce und Catherine, in dem sie die Oberhand behält. Doch einiges bleibt dennoch offen – aktuell läuft die zweite Staffel auf BBC One (dienstags, 22 Uhr deutscher Zeit).

HV_6
© Ben Blackall/Red Production Company Limited

Zitate:
„I’m Catherine by the way, I’m 47, I’m divorced, I live with me sister who’s a recovering heroin addict, I’ve two grown-up children, one dead, one I don’t speak to, and a grand-son. It’s complicated.“

Catherine: I saw Richard. He asked me out. For a meal. Tonight. Is that all right? Can you see to Ryan?
Clare: Sure. That’s a bit mad, innit? A date with your ex-husband. Won’t the new younger model have something to say?

Aus dem Titelsong: Stuck in speed bump city/Where the only thing that’s pretty/Is the thought of getting out.

Videos:

Titelsong (weil er so wunderbar zu dieser Serie und der namenlosen Stadt passt):

Spoiler alert

Not in this post, don’t worry.

Last week I started to watch „Broadchurch“ after having heard much about it. (I’ll be resuming my series of „British Drama“ on the blog soon, I’ve got a few additions by now.) I watched the first episode and was almost shocked when I heard David Tennant speak for the first time. I’m not a „Doctor Who“ fan and the fourth Harry Potter film which he stars in I’ve watched in German so I was assuming he was English which he very obviously is not. I’d never heard a (Scottish) accent like his, it’s really hard for me to understand a word of what he is saying.

So I checked Wikipedia to make sure Tennant really is Scottish and not something else (he is) and then I skimmed through the Wikipedia article concerning „Broadchurch“, reading up a bit on the other actors and the show itself. 2 minutes later I wished I hadn’t. The article on „Broadchurch“ is the first one I’ve come across that gives away who the murderer is. No point in continuing to watch a crime drama when you already know who did it, or is there?

Well, in this case there is. At first I was quite disappointed and felt like someone had stolen something from me – the „joy“ of guessing who might’ve been capable of murdering the eleven-year old Danny in that calm village of Broadchurch was gone. But really, the show is so very brilliant that it doesn’t matter much that I now know who did it. I’m now four episodes in and the show still is very intriguing. Everyone there seems to have some sort of secret or at least behaves very misteriously. Danny’s mother, Danny’s father, Danny’s sister and her boyfriend, DS Ellie Miller’s son who went to school with Danny, the man who runs the local news agent, a woman living in a caravan at the coast, even the vicar. Not to mention that DI Alec Hardy is a very special character himself. And finding out more about these people is just as interesting as seeing the case evolve and (hopefully) get solved.

So: Big recommendation at this point to watch „Broadchurch“ if you haven’t seen it yet. Big disappointment over whoever wrote the Wikipedia article on it that they explicitly stated who the murderer is.

(And of course there’s a second series and I won’t be making the same mistake twice, that’s for sure.)