Von Kirche und ’sich einbringen‘

Warum bin ich nicht eigentlich früher, am Anfang meiner Zeit in Trier, auf die Idee gekommen, mich der Evangelischen Kirchengemeinde hier „zu nähern“?

Kirche bedeutet für mich tatsächlich nämlich eine ganze Menge – und nicht nur Gottesdienst und Glauben. Nein, viel mehr – Kirche und Kirchengemeinde ist für mich vor allem, so habe ich es zuhause kennengelernt: Spaß. Gemeinschaft. Viele unterschiedliche, aber lauter nette Leute. Sich einbringen. Helfen. Musik. Und noch mehr Spaß.

In Trier bin ich zunächst in den Uni-Chor gegangen, habe es aber nach etwas mehr als einem Semester wieder gesteckt. Zu wenig Spaß. Zu wenig nette Leute. Und zu weite Fahrten mit dem Bus am Mittwochabend durch die ganze Stadt. Im Herbst 2013 habe ich dann den Chor der evangelischen Kirchengemeinde entdeckt, habe Kontakt aufgenommen und dann – war ich plötzlich drin. Kürzere Wege, nette Leute, viel Spaß.

Und mittlerweile bin ich mehr als nur im Chor dabei. Denn die Kirche braucht immer mal Helfer bei irgendetwas. Ob das nun Kassendienst bei Orgelkonzerten ist oder Helfer zum Notenräumen, weil der Saal renoviert wird und die Kartons mit Noten einmal durch die Basilika in’s angrenzende Wichernhaus gekarrt werden müssen. Da habe ich geholfen.

Ich habe mal darüber geschrieben, wie ich in den letzten Schuljahren, in der Oberstufenzeit, so war, dass ich damals vieles angepackt habe, organisiert und Verantwortung übernommen habe in vielen Bereichen, unter anderem in der Kirche – und dass mir das hier in Trier fehlt. Nun tue ich noch immer nur einen Bruchteil dessen, was ich damals gemacht habe, bin ab und an als Helfer in der Kirchengemeinde dabei – und trotzdem fühlt sich auch das schon gut an. Weil es einfach viel schöner und befriedigender ist, nicht einfach nur für sich alleine oder am Schreibtisch vor sich hinzu“pröddeln“, sondern in Gemeinschaft etwas für die Gemeinschaft zu tun. Wichtig zu sein, gebraucht zu werden – wenn auch nur in einem ganz kleinen Bereich.

Und Spaß macht es noch dazu – erst Recht, wenn man dann, völlig unerwarteterweise, mit CDs und Aufnahmen von großen Chorwerken von Aufführungen des Bach-Chors aus den letzten Jahren belohnt wird, die einfach zu verschenken waren.

20150722_085031

Auf jeden Fall werde ich mir merken, für den nächsten Umzug, die nächste neue Stadt, schneller den Kontakt zur Kirchengemeinde zu suchen. Andere machen das so bei Sportvereinen, für mich ist die Kirche eine Anlaufstelle. Denn ich kenne es von zuhause und jetzt eben auch aus Trier, dass man dort immer nett aufgenommen wird, nette Leute kennenlernt und helfende Hände in der Regel mehr als willkommen sind.

Einmal eine neue Orgel, bitte

Die Konstantin-Basilika in Trier hat eine neue Orgel. Endlich, kann man wohl sagen. Schon lange war dieses Projekt geplant, bereits 2006 gab es die Zusage dafür vom Land Rheinland-Pfalz. In den letzten Monaten schließlich ist die Eule-Orgel in der Basilika eingebaut worden. Alle Orgelteile, alle 6006 Pfeifen, wurden dafür Woche für Woche per LKW aus Bautzen herangeschafft. Im Sommer waren dann die Intonateure am Werk und die Basilika für Besucher geschlossen.

Und nun, vor zwei Tagen, am 1. Advent, wurde die Orgel endlich feierlich eingeweiht. Im Gottesdienst am Morgen und bei einem ersten Konzert am Nachmittag konnte man sie zum ersten Mal hören (naja, wir Chormitglieder hatten sie schon in den Wochen zuvor bei den Proben für ebenjenen Gottesdienst hören dürfen).

20141129_131828

Riesig ist sie, diese Orgel, das kann man nicht anders sagen. Auch für die Firma Eule, die sie gebaut hat, eine der größten Orgeln, die sie bisher herstellen durften. 6006 Pfeifen, 6 Werke, 87 Register (bei Interesse hier die komplette Disposition) – da wird es noch einige Zeit dauern, bis wir wirklich alles gehört haben, was diese Orgel zu bieten hat.

20141129_131909

Sehr pfiffig finde ich persönlich ja den mobilen zweiten Spieltisch. Wer schon einmal in der Konstantin-Basilika war, weiß, dass die auch riesig ist. Es würde also sportliche Höchstleistungen erfordern, wollte der Kantor und Organist in einem Gottesdienst Orgel spielen und einen vorne positionierten Chor dirigieren, denn dazu müsste er erstens mehrmals die Wendeltreppe rauf und runter und dann auch noch die gesamte Länge der Kirche überwinden. Der zweite Spieltisch kann an beliebiger Stelle in der Kirche stehen (am Sonntag stand er quasi neben/unterhalb des Altars) und verkürzt somit die Wege des Kantors deutlich.

Den Gottesdienst kann man sich übrigens hier als Podcast anhören bzw. auch herunterladen. (Chor ab 13:17 und ab 44:10) Die Aufnahme gibt den Klang natürlich nicht optimal wieder, aber ich kann sagen: Die Orgel klingt absolut toll! Im Konzert wurden dann auch sehr unterschiedliche Werke gespielt, um die Registervielfalt und die breit gefächerten Klangfarben darzustellen. Die Orgel ist auch bei den leisen Tönen absolut raumfüllend (und der Raum in der Basilika ist groß!) und jederzeit total klar, die einzelnen Farben lassen sich super raushören.

Vor allem aber ist diese Orgel einfach etwas ganz Besonderes! Das ließ sich auch in den Grußworten, die sich an den Gottesdienst anschlossen, u.a. von Malu Dreyer, immer wieder heraushören und das merkt man natürlich insbesondere auch unserem Kantor an, dass er sich sehr freut, ein solches Instrument nun in „seiner“ Kirche zu haben. Und ich finde das alles auch total spannend, habe ja seit April auch die unterschiedlichen Bauzustände immer mal wieder beobachten und miterleben können. So eine Orgel sieht und hört man nicht alle Tage – ich habe ja auch noch die Hoffnung, einmal dort hinauf zu dürfen und mir das mal aus der Nähe anschauen und von dort, aus luftiger Höhe, in die Basilika runterschauen zu können.

Foto der Woche

Korrekt müsste dieser Beitrag eigentlich „Fotos des heutigen Sonntags“ heißen. Aber da drücken wir alle jetzt einfach mal ein Auge zu ;-)

Etwa 11,5 Stunden war ich heute außerhäusig unterwegs, denn es war Kreiskirchenmusiktag des Ev. Kirchenkreises Trier in Kleinich, wo wir mit dem Chor als Teil eines Projektchores aus verschiedenen Kirchengemeinden gesungen haben.

20140706_081137
Hier ein bisschen unscharf, aber fein gemacht für einen ganzen Tag lang Singen!

20140706_094751

Nach etwa 45 Minuten Fahrt bei Sonnenschein durch die wunderschöne Hunsrücker Landschaft gab es in Kleinich im Gemeindehaus erst einmal Kaffee und Kekse und einen musikalischen Gruß eines Männerchores.

20140706_133204 20140706_115605

In der Kirche wurde dann geprobt. Oder, wie der „unser“ Kantor es ausdrückte: Wir essen viel und zwischendurch singen wir dann auch mal. Mittagessen und Kaffee und Kuchen gab es nämlich auch, alles sehr lecker und umsonst.

20140706_163854 20140706_164120

Ansonsten gibt es in Kleinich allerdings nicht viel, nicht einmal ordentlichen Handy-Empfang ;-) Ein süßes, kleines Dorf, aber mitten im Nirgendwo.

Aber wir hatten einen tollen, sehr musikalischen Tag, schönes Wetter und immer wieder, auf den Wegen von der Kirche zum Gemeindehaus und umgekehrt, wunderschöne Blumenbeete zu bestaunen.

20140706_163939

Auf dem Rückweg sind wir dann in das angekündigte schlechte Wetter hineingefahren, von dem wir uns schon den ganzen Tag gefragt hatten, wo sich das wohl hinverzogen hatte, und ich durfte mich noch mit zickiger Telefon-/Internet-Leitung herumärgern (danke, Voda****).

Dennoch ein schöner, erfolgreicher Tag!

Sonntag

Sonntag. Der letzte Tag in der Woche. Ist euch aufgefallen, dass ich diese Woche tatsächlich jeden Tag gebloggt habe? Das wird sicherlich nicht zur Gewohnheit werden, aber diese Woche hatte ich wohl ein ausgeprägtes Mitteilungsbedürfnis ;-)

Sonntag. Um 10 Uhr haben wir heute Morgen mit dem Chor im Gottesdienst gesungen. Zeitgleich fand zuhause der „40 Jahre Haus Ibbenbüren“-Gottesdienst statt, wo ich doch ein wenig lieber gewesen wäre als hier. Aber das Singen hat Spaß gemacht.

Schwarz ist ja Pflicht für Chorauftritte. So war ich also heute in der Kirche.

IMG_6126

IMG_6148Gestern schon gab’s neuen Nagellack für die Finger, dieses Mal den anderen der beiden Neuen. Er ist eigentlich blauer, als er auf dem Foto aussieht, und er glitzert ein wenig mehr als der andere. Das mag ich ja eigentlich nicht so gerne. Ich musste mich ein wenig dran gewöhnen und jetzt finde ich ihn sehr schön – gerade, weil er mal blauer, mal eher grün aussieht :)

IMG_6128

Ich wünsch euch allen eine gute neue Woche! :)

Nach Hause kommen

Nach Hause kommen: Das ist für mich dort, wo die Familie ist. Mein Elternhaus betreten, wo ich 14 Jahre lang gewohnt habe, wo der Rest meiner Familie noch immer wohnt. Das ist die Stadt, in der wir seit 20 Jahren wohnen, wo ich zwar auch nicht alle Straßennamen kenne, aber genau weiß, wie ich wohin komme.

Nach Hause kommen bedeutet, Familie zu sehen. Bedeutet Geborgenheit, Vertrauen. An dem Ort, wo einem alles „anvertraut ist“. Wo man sich blind auskennt, wo man auch mal halbnackt oder im Schlafanzug durch die Räume huscht. Der Ort, der an Weihnachten voll ist mit lieben Menschen, den Verwandten, die von weiter her zu Besuch kommen.

Neben diesem ganz privaten, ganz persönlichen „Nach-Hause-Kommen“ gibt es für mich aber auch noch ein Anderes. In der Kirchengemeinde, ganz besonders in der Kirchenmusik. Zu einer Chorprobe der Kantorei kommen zu dürfen und dort von Vielen ganz freundlich begrüßt zu werden. Nach nur dieser einen Probe in der Mette am Heiligen Abend mitsingen zu dürfen. Quasi ohne Probe mit Teilen der ehemaligen Kirchenband im Gottesdienst spielen zu dürfen und hinterher von Vielen zu hören, wie schön es gewesen sei, uns mal wieder gehört zu haben.
Auch das ist für mich nach Hause kommen, denn die Musik, gerade in der Kirche, war für mich immer ein wichtiger Teil im Leben. Umso schöner, dass auch diese Verbindung nicht abreißt, sondern mit jeder Heimkehr wieder aufgenommen wird.