12 von 12 – März

Der zweite Monatszwölfte in der Reihe, der auf einen Dienstag fällt. Und so unterschied sich mein Tag heute auch nur unwesentlich von dem Zwölften im Februar, den ihr hier ebenfalls in Bildern präsentiert bekommen habt. Aber sicherlich wird das auch mal wieder anders – im April zum Beispiel. Bis dahin ist aber noch ein Monat Zeit, jetzt also doch erst einmal die zwölf Bilder vom heutigen Tage. „12 von 12 – März“ weiterlesen

Vom Fasten, gesunder Ernährung und warum Schokolade eben doch dazu gehört

Sie ist jetzt schon wieder einige Wochen her und über der ganzen Osterschokolade und dem Konfirmationsessen der letzten Zeit schon wieder fast vergessen: Die Fasten- oder Passionszeit, die 40 Tage zwischen Aschermittwoch und Ostersonntag, in denen ich versucht habe, nix Süßes zu essen. Keine Schokolade, keine Kekse, keinen Kuchen. „Vom Fasten, gesunder Ernährung und warum Schokolade eben doch dazu gehört“ weiterlesen

Olympia

In diesen Tagen läuft der Fernseher überdurchschnittlich viel bei uns. Und das liegt nicht nur daran, dass für einen gewissen Menschen in diesem Haushalt noch Schulferien sind (das muss ich nicht weiter erläutern, oder? ;-) ), sondern vor allem auch an Olympia. Auch ich sitze momentan viel vor dem Fernseher, am späten Abend nach der Arbeit oder am Vormittag – den vielen Wiederholungen auf den verschiedensten Sendern sei Dank – und schaue mir an, wie unzählige Sportler in den verschiedensten Sportarten um Medaillen kämpfen. „Olympia“ weiterlesen

Sport – 2

Wie schnell gewöhnt sich der Körper an regelmäßige sportliche Betätigung bzw. fordert diese vielleicht sogar ein?

Seit etwas mehr als fünf Wochen gehe ich regelmäßig zweimal pro Woche, Mittwochsabends und Samstags-/Sonntagsmorgens laufen. Nicht lange, nur eine halbe Stunde. Aber ich bin schon stolz auf mich, dass ich das hinkriege und durchziehe.
Heute hatte ich das Gefühl, dass es mir nach meiner Runde besser ging als vorher. Ob das „nicht-100%-Wohlfühl“-Gefühl, das ich vorher hatte, ein Zeichen war meines Körpers, den Hintern hochzukriegen und was (sportliches) zu tun?

Ich war jedenfalls mehr als froh, laufen gegangen zu sein. Ich war vorher ein wenig unentschlossen gewesen, bin dann aber doch los mit dem Gedanken im Hinterkopf, zur Not einfach eine kürzere Runde zu laufen. Aber es war so schön, die Sonne war endlich rausgekommen, der Fluss glitzerte ganz wunderbar, die Luft war angenehm… Und hinterher das gute Gefühl, den inneren Schweinehund überwunden und was getan zu haben. Eigentlich unbezahlbar.

Ansonsten: Morgen kommen Teile der Familie aus dem schönen Münsterland hier herunter, um das lange Wochenende zu nutzen und mich zu besuchen. Am Samstag kommt für einen Tagesausflug auch noch meine Patentante samt Familie aus der anderen Richtung (Pfalz). Ich freue mich sehr und hoffe, dass das Wetter einigermaßen annehmbar ist/bleibt, damit outdoor-Aktivitäten nicht sprichwörtlich in’s Wasser fallen.

Gelesen

Eigentlich wollte ich neulich nur ein wenig durch die Stadt schlendern, während ich auf das Ende vom Saxophon-Unterricht des kleinsten Bruders wartete. Und dann entdeckte ich die Biografie über Sebastian Deisler, als „preisreduziertes Mängelexemplar“ für günstiges Geld, und konnte nicht daran vorbeigehen. Ich lese ab und an ganz gerne Biografien und am Fußball interessiert mich viel mehr als nur der reine Sport und die Ergebnisse. Und so hab ich dann auch gleich am Nachmittag angefangen zu lesen.

Kurz als Hintergrundinfo: Sebastian Deisler war Fußballer und Nationalspieler. Mit 15 ging er aus seiner Heimatstadt Lörrach nach Mönchengladbach in’s Internat, wurde dort Profi. Mit 19 wechselte er zu Hertha BSC Berlin und wurde Nationalspieler, 2002 wechselte er zum FC Bayern München. Im Herbst 2003 lässt sich Deisler das erste Mal wegen Depressionen in einer Klinik behandeln, 2007, nach unzähligen Knieoperationen und vielen Verletzungen, 2 verpassten Weltmeisterschaften und einer verpassten Europameisterschaft und Rückfällen in die Depression, beendet er mit 27 Jahren seine Karriere als Fußballer.

Das Buch liest sich zunächst einmal sehr gut, sehr flüssig. Dass ich knapp 10 Tage dafür gebraucht habe, lag eher daran, dass ich es nicht abends im Bett lesen konnte, weil es mir dafür zu aufwühlend war, weil es mich aufgeregt und mich wütend und traurig zugleich gemacht hat. Manches Mal habe ich wohl während des Lesens den Kopf geschüttelt, fassungs- und verständnislos über das Verhalten und Vorgehen vieler Menschen, die an Sebastian Deislers Leben und Karriere in irgendeiner Form beteiligt waren, und der Medien. Allen voran der Medien:

Und auch die Medien der Hauptstadt frohlocken. Sie glauben, Deisler für ihre Zwecke vereinnahmen zu können. Für die Boulevardpresse ist er so etwas wie ein Popidol. Beinahe ein Dutzend Tageszeitungen, an die 20 Radiostationen und eine Handvoll Fernsehsender wetteifern um exklusive Storys von einem, der noch gar nicht richtig da ist.

(Rosentritt: Sebastian Deisler. Zurück ins Leben. S. 82)

Allen voran der Medien: Ich habe immer wieder innegehalten, überlegt, ob nicht auch der ein oder andere, junge Spieler heute einen ähnlichen Druck seitens der Medien und der Gesellschaft ertragen muss, wie Deisler ihn spürte, wie er eindrucksvoll immer wieder im Buch geschildert wird. Und immer wieder kam ich zu dem Schluss: Nein. So sehr ein Götze oder ein Draxler auch hochgelobt werden, nie wurden sie als „Retter einer Fußballnation“ angesehen. Zumal bei Götze, soweit ich weiß, auch der BVB einschritt und den Daumen draufhielt auf Interviews und öffentliche/mediale Auftritte.

Von nun an ist er nur noch „der Beckham von der Spree“, der „Basti Fantasti“ oder „Beckstreet Basti“. Die Boulevardpresse kennt im Sport nur Helden oder Versager, wahlweise auch Trottel, Weicheier und Würste. Insbesondere für die drei Boulevardzeitungen der Hauptstatd ist Deisler von nun an ein Held, er wird zum großen Versprechen auf eine glorreiche Fußballzukunft getrimmt.

(Rosentritt: Sebastian Deisler. Zurück ins Leben. S. 87)

Ich habe Deisler nie Fußball spielen sehen, jedenfalls nicht, dass ich mich dran erinnern könnte. Sein Rücktritt war 2007, damals habe ich höchstens Nationalspiele zu WM-Zeiten geguckt und die hat Deisler ja leider immer verpasst. Aber Michael Rosentritt, der Autor, schafft es, Deislers Talent und Fähigkeiten mit dem Ball so zu beschreiben, dass man sie quasi vor seinem inneren Auge sieht.

Demgegenüber gestellt wird dann immer wieder das, was von außen auf Deisler einprasselte: Druck von Beratern, von Vereinen, von Hoeneß, dem einen (Dieter Hoeneß bei Hertha) und Hoeneß, dem anderen (Uli Hoeneß bei Bayern), von verschiedenen Bundestrainern und: Von den Medien! Und auch, wenn ich weiß bzw. gerade studiere, dass Medien genauso funktionieren, macht mich das sprachlos. Immer wieder.

Dieses Buch lässt mich auf der einen Seite froh zurück, denn es endet froh. Irgendwann 2009, wo es Deisler besser geht, wo er wieder Halt und Orientierung in seinem „neuen“ Leben hat, in der Gegenwart angekommen ist. Auf der anderen Seite lässt es mich verständnislos und wütend zurück und mit dem Wunsch, irgendetwas zu tun, damit es nicht noch jemandem so ergehen muss. So wie Deisler und, all der schönen Worte nach Bekanntgabe von Deislers Depression, später auch Robert Enke.

Die Medien können erdrückend sein und übermächtig. Sicher waren sie nicht allein ausschlaggebend, aber für einen Menschen Anfang 20, der nichts anderes wollte, als Fußball zu spielen und dabei Spaß zu haben, war der medial aufgebaute Druck einfach zu hoch. Das wird deutlich in diesem Buch, das einen berührt und ergreift und nicht mehr loslässt. Mich jedenfalls.Eindrückliche Leseempfehlung an jeden, der sich für das Geschäft Fußball hinter dem eigentlichen Sport interessiert.

Sport macht Spaß!?

Ich bin ja jetzt nicht so der sportlichste Mensch. Also, eigentlich so gar nicht. Über Kinderturnen und Turnen bin ich irgendwann mal zum Schwimmen gekommen und habe das sogar einige Jahre lang gemacht, allerdings immer nur „zum Spaß“, nie auf Leistungsniveau. Irgendwann in der Mittelstufe kollidierten dann die Trainingszeiten mit den Proben für ein Musical und als das Musical rum war, hab ich mit dem Schwimmen nicht mehr weiter gemacht.

Sport war für mich auch eigentlich nie was Schönes. Ich weiß, dass es wichtig ist, für den Körper, um fit zu bleiben, letzten Endes natürlich auch für’s Gewicht. Aber weil ich da absolut nie Probleme hatte, fehlte vermutlich auch immer ein wenig die Motivation. Ich bin wohl immer ab und an mal laufen gegangen und habe mir in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen vorgenommen, das auch regelmäßig zu tun, aber meistens ist es auch dabei geblieben.

Im ersten und im zweiten Semester an der Uni habe ich jeweils einen Kurs des Uni-Sports besucht, beide Male war es was mit Aerobic und Bauch-Beine-Po-Übungen. Allerdings bin ich auch in beiden Semestern nie bis ganz zum Ende hingegangen, auch da verließ mich irgendwann die Motivation.

Letzte Woche und gestern war ich mit meiner Mama beim Sport: Aerobic und verschiedene Übungen. 60 Minuten. Und es war verdammt anstrengend, weil ich natürlich auch total aus der Übung und, wie gesagt, sowieso noch nie besonders sportlich war, aber merkwürdigerweise hatte ich echt Spaß daran.

Vielleicht muss ich doch nochmal schauen, ob sich nicht auch in Trier sowas finden lässt. Der Uni-Sport geht immer 90 Minuten, was mir eigentlich zu lang ist, und außerdem hat er den Nachteil, dass ich immer erst nochmal ne halbe bis dreiviertel Stunde pro Richtung mit dem Bus fahren muss und auch das wiederum die Motivation hemmt. Ich wäre gerne eine dieser sportlichen Frauen, die regelmäßig laufen gehen und bei Bauchmuskel- und anderen Übungen bis zum Ende locker durchhalten – man sieht mir zwar nicht an, dass ich es nicht bin, aber ich weiß es.

Mal schauen, wie groß die Motivation in ein paar Wochen noch ist ;-)

Worauf kann ich stolz sein – in Zeiten von Olympia?

Es war vor zwei Tagen abends. Ich stand unter der Dusche, dabei dudelte das Radio. In Sotchi gewannen zwei deutsche Rodlerinnen Gold und Silber. Und dann sagte der Moderator sinngemäß so etwas wie: Da können wir ja mal wieder stolz sein, x und y haben eben bei Olympia Gold und Silber geholt.

Er redete weiter, dann kam wieder Musik. Ich stieg aus der Dusche, trocknete mich ab – aber dieser Satz ging mir nicht mehr aus dem Kopf.
Wieso soll ich stolz sein auf die Leistung zweier Damen, deren Namen ich bis zu diesem Moment nicht einmal gehört hatte? Auf den Erfolg von zwei Frauen, mit denen ich außer der Nationalität nichts gemein habe?

Nun ist dieser Stolz ja eine Formulierung, die gerade in Zeiten sportlicher Großereignisse gerne verwendet wird.
Ich habe mich gefreut: Kann ich überhaupt stolz sein auf Menschen, die ich überhaupt nicht kenne?
Zuallererst einmal bin ich stolz auf eigene Leistungen. Wenn ich irgendwo ein (besonders) gutes Ergebnis eingefahren habe, dann bin ich auf mich stolz, denn ich habe in der Regel einiges an Zeit und Mühe investiert. Ich kann auch stolz sein auf Erfolge von Menschen, die mir nahestehen. Leistungen meiner Familie oder meiner Freunde.

Für Menschen, die ich absolut nicht kenne, kann ich mich freuen. Und das auch nur in dem Maße, in dem ich eine, wie auch immer geartete, Beziehung zu ihnen habe. Ich freue mich, wenn die deutsche Nationalmannschaft ein Länderspiel gewinnt oder Borussia Dortmund den DFB-Pokal – denn zu denen habe ich eine „Beziehung“, die Personen, die da beteiligt sind, sind mir sympathisch und ich „mag“ sie. Das hat aber rein gar nichts mit deren Nationalität zu tun.

Das soll jetzt hier kein Artikel gegen den Patriotismus oder den Nationalstolz werden. In einem gewissen Maße ist der sicherlich vertretbar und auch positiv zu bewerten.
Aber ich freue mich doch nicht mehr über den Erfolg eines Athleten, oder bin gar „stolz“ auf ihn, nur weil er/sie Deutsche/r ist?! Ob nun zwei mir völlig unbekannte Deutsche oder zwei mir ebenso unbekannte Amerikanerinnen/Russinnen/Französinnen/… die ersten beiden Plätze in einem olympischen Rodel-Wettbewerb belegen, betrifft mich und mein Leben in keinster Weise und, eben da ich keine „Beziehung“ zu ihnen habe, tangiert es mich auch emotional rein gar nicht.

Stolz ist ein schönes Gefühl. Stolz sein zu können, macht auch glücklich. Aber vielleicht sollte man genauer darüber nachdenken, worauf man eigentlich stolz sein kann. Eine zu inflationäre Verwendung dieses Begriffs (gerade in den Medien) nimmt dem Gefühl seine Besonderheit. Ich bin nicht stolz auf die Leistung wildfremder Menschen – denn ich habe ja nichts dazu beigetragen.